Septemberreise, Tag 28

Längst bin ich wieder zu Hause.
Ist die Reise schon zu Ende? Wann beginnt eine Reise, wann endet sie und wann beginnt die nächste Reise?
Was die Reisegeschichten angeht: die gibt es jetzt auch auf:
www.b-reisender.de,
da entsteht ein neuer Reiseblog, und auch über die Septemberreise wird berichtet – ausführlicher als hier, und vor allem verrate ich auch, wo ich gewesen bin.
Zur Zeit ist alles noch Work in Progress – es lohnt sich, öfters mal vorbei zu schauen!

Holzklasse im Eurostar

Draußen ist noch Landschaft. Braune, manchmal grüne Wiesen, kahle Bäume, eintönig-weiss-langweiliger Himmel. Auf den Sitzen vor mir eine Vierergruppe von jungen männlichen flämischen Belgiern, die pausenlos auf flämisch reden und lachen, neben mir ein misantropischer älterer männlicher flämischer Belgier, der in einem flämischen Buch liest und mit mir um die Armlehne kämpft. Irgendwo ist ein Zweiersitz frei, aber man traut sich nicht, dort zu sitzen. Könnte ja belegt sein. Stattdessen also eingezwängt zwischen Rucksack und Ellbogen des Nachbarn. Ich versuche, die Füße irgendwo unterzubringen. Zwischen Brüssel und Lille kann ich ein wenig lesen, döse dann an Lille vorbei und werde wach: wo sind wir? Ist das schon England? Flache Landschaft, Felder, sogar Wäldchen und welliges Land…. die Häuser? Grob klotzig. Nein, das muss noch Frankreich sein. Ist es auch, irgendwann kommt die Bahnhofs- und Autoverladeanlage von Calais und dann der Tunnel, ich mache die Augen wieder zu, gibt ja eh nix zu sehen draußen.
Als ich wieder wach werde, bin ich in England. Früher haben sie da immer Ansagen gemacht: Hallo, liebe Leute, jetzt kommt der Tunnel! Und dann: Hallo, liebe Leute, der Tunnel ist vorbei. Als ob man das nicht sehen könnte. Deshalb kommen jetzt auch keine Ansagen mehr, erst kurz vor Ankuft in St. Pancras wird viersprachig verkündet, dass wir jetzt gleich da sind. Leute stehen auf, als ob man so früher rauskäme, dabei steht man nachher vor den Rolltreppen eh in der Schlange