Ben Whitcombe in Salzburg

„Herzlich willkommen in Salzburg!“, sagte Francesco und lud Ben ein, auf einer Bank Platz zu nehmen. „Wenn du in Richtung Schloss schaust, dann siehst du etwa ein Dutzend Touristen mit Kameras im Anschlag. Die sind immer da, zu jeder Tageszeit. Dreh dich um, dann siehst du, was sie fotografieren: den weltberühmten Postkartenblick mit der Festung im Hintergrund und dem Park mit der Fontäne davor ...“ Ben schaute ihn fragend an. „...und dann solltest du diese Standbilder aus weißem Marmor beachten,“ fuhr Francesco fort, „die stellen nämlich die Vier Elemente dar. Du siehst, jedes Standbild besteht aus zwei Figuren, von denen eine die andere trägt, und zwar ...“ Ben unterbrach ihn. „Gibst du heute den Fremdenführer?“

Auszug aus: Burkhard Sonntag. „Wege nach Lyonesse„, Kapitel 3, Salzburg

Ben Whitcombe in Wien

„Ben schraubte das Aluminiumröhrchen auf. Die Zigarre war von einem hauchdünnen Blättchen aus Balsaholz umwickelt. Immer noch zögernd nahm Ben beides heraus.

Die Serviererin kam zurück und stellte Karaffe und Glas vor ihn auf den Tisch. Ein Streichholzbriefchen hatte sie auf ein separates Tellerchen gelegt.

Ben nickte ihr zu und trank einen kleinen Schluck.

Verstohlen schaute er auf das Display seines Handys. Noch keine Antwort von Francesco? Er würde ihm eine weitere Nachricht schicken müssen.

„Hier wartet ein Glas Wein auf dich!“, schrieb er, „Du weißt schon, wo! Sehen wir uns?“

Auszug aus: Burkhard Sonntag. „Wege nach Lyonesse“, Kapitel 2, Wien

Brauchen wir ein hausarztzentriertes Versorgungssystem?

Das deutsche Gesundheitssystem befindet sich im Umbruch. Zurzeit sind sich alle politischen Parteien einig darüber, die Position des Hausarztes stärken zu wollen.
Die Diskussion darüber, ob ein Versorgungssystem, in welchem Hausärzte eine herausragende Stelle einnehmen, wirklich „besser“ ist als ein facharztzentriertes System, gewinnt zunehmend an Brisanz.
In der Vergangenheit wurde schon mehrfach die Hypothese auf- gestellt, dass ein solches System effizient, bei Patienten beliebt und dazu noch kostengünstig sei.

„The Street of Shame” – Private Medizin in Großbritannien

Private Medizin in Großbritannien – Artikel von mir in der „Zeitschrift für Allgemeinmedizin“:

Medizin in Großbritannien – das ist zunächst einmal der staatliche Gesundheitsdienst: der National Health Service (NHS). Der NHS ist eine riesengroße, aus allgemeinen Steuergeldern finanzierte Organisation. In einer ganz groben Vereinfachung könnte man ihn auch als die einzige, allumfassende Krankenkasse des Vereinigten Königreiches bezeichnen. (…)
Das Gegenstück zum NHS ist der „Private Sektor“. Dieser ist eine eigene Welt für sich. Denkt man beim NHS an schäbige Krankenhausflure, überfüllte Wartezimmer mit durchgesessenen Plastikstühlen und genervtes, überarbeitetes Personal mit Ringen unter den Augen, so ist ein privates Krankenhaus eher eine Art Luxushotel mit dicken Teppichen, tiefen Ledersesseln und freundlichen Angestellten, die nicht zuletzt für ihr Lächeln bezahlt werden. Jeder hat das Recht, sich in einer solchen Privatklinik behandeln zu lassen – sofern er es sich leisten kann. Privatversicherungen sind immer „Zusatzversicherungen“, da die Patienten ja nach wie vor Anspruch auf NHS-Leistungen haben.