Ben Whitcombe in Rothenburg ob der Tauber

Steffi schob Ben zum Eingang des Geschäftes.
„Hier ist das ganze Jahr über Weihnachten. Die Japaner und Amerikaner sind ganz verrückt danach!“
Was von außen ausgesehen hatte, wie ein unscheinbar kleines Fachwerkhäuschen war von innen groß wie eine Kathedrale, voll mit Weihnachtsbäumen, Krippen und all dem, was man in Nebraska oder Osaka für den Inbegriff deutscher Gemütlichkeit halten mochte.
„Wer kauft denn so etwas im August?“, wunderte sich Ben.

Auszug aus: Burkhard Sonntag. „Wege nach Lyonesse“, Kapitel 9, Rothenburg ob der Tauber

Ben Whitcombe in Dinkelsbühl

Ben schlenderte durch Kopfsteinpflastergassen, an Kirchen und Stadttoren vorbei und entdeckte einen winzigen Tante-Emma-Laden mit einer altmodischen Waage auf der Theke, fast wie im Museum.
Nebenan war ein Gasthaus. Drinnen roch es nach Bier und Putzmittel. Ben war der einzige Gast.
„Warme Küche gibt’s erst ab sechs!“, sagte die Wirtin.

Auszug aus: Burkhard Sonntag. „Wege nach Lyonesse“, Kapitel 8, Dinkelsbühl

Ben Whitcombe am Plansee

„Nehmen Sie sich Zeit!“, fuhr der Fremde fort, „Schauen Sie in sich! Treten Sie Ihre Reise an. Halten Sie die Augen offen, schauen Sie um sich, schauen Sie nach links und nach rechts und nach vorn. Dann halten Sie inne. Schauen Sie über sich!“
„Sie sprechen in Rätseln!“
„Sie werden die Lösung finden.“

Auszug aus: Burkhard Sonntag. „Wege nach Lyonesse“, Kapitel 7, Plansee

Ben Whitcombe in Salzburg

„Herzlich willkommen in Salzburg!“, sagte Francesco und lud Ben ein, auf einer Bank Platz zu nehmen. „Wenn du in Richtung Schloss schaust, dann siehst du etwa ein Dutzend Touristen mit Kameras im Anschlag. Die sind immer da, zu jeder Tageszeit. Dreh dich um, dann siehst du, was sie fotografieren: den weltberühmten Postkartenblick mit der Festung im Hintergrund und dem Park mit der Fontäne davor ...“ Ben schaute ihn fragend an. „...und dann solltest du diese Standbilder aus weißem Marmor beachten,“ fuhr Francesco fort, „die stellen nämlich die Vier Elemente dar. Du siehst, jedes Standbild besteht aus zwei Figuren, von denen eine die andere trägt, und zwar ...“ Ben unterbrach ihn. „Gibst du heute den Fremdenführer?“

Auszug aus: Burkhard Sonntag. „Wege nach Lyonesse„, Kapitel 3, Salzburg

Ben Whitcombe in Wien

„Ben schraubte das Aluminiumröhrchen auf. Die Zigarre war von einem hauchdünnen Blättchen aus Balsaholz umwickelt. Immer noch zögernd nahm Ben beides heraus.

Die Serviererin kam zurück und stellte Karaffe und Glas vor ihn auf den Tisch. Ein Streichholzbriefchen hatte sie auf ein separates Tellerchen gelegt.

Ben nickte ihr zu und trank einen kleinen Schluck.

Verstohlen schaute er auf das Display seines Handys. Noch keine Antwort von Francesco? Er würde ihm eine weitere Nachricht schicken müssen.

„Hier wartet ein Glas Wein auf dich!“, schrieb er, „Du weißt schon, wo! Sehen wir uns?“

Auszug aus: Burkhard Sonntag. „Wege nach Lyonesse“, Kapitel 2, Wien