Septemberreise Tag 10: zu neuen Ufern

Im leichten Nieselregen zur Bushaltestelle. Später dann Pladderregen über dem Meer. Immer noch Pladderregen beim Umsteigen in den Bummelzug. Der nächste Bummelzug fährt uns buchstäblich vor der Nase weg. Zeit für einen Cappuccino im Bahnhofscafé. Der Regen ist schon fast weg.
Im Laufe der weiteren Fahrt klart es auf und in der großen Stadt scheint schon die Sonne. Palmen und blauer Himmel an der Hafenpromenade. Mächtige Mauern, eindrucksvolle Kirchen, verwinkelte Altstadtgassen.
Pasta im Straßencafé, da ziehen wieder Wolken auf. Beim Eis auf dem Flanierboulevard tröpfelt es. Am Bahnhof schüttet es aus Eimern. Auch noch während der Taxifahrt zum Hafen.
Check In, Kontrolle hier, Kontrolle dort, dann endlich auf den Dampfer. Die Kabine ist eng und ein bisschen müffelig und nachts schaukelt der Kahn ganz ordentlich.
Im Morgengrauen ist Land in Sicht.

Septemberreise Tag 8: im Fegefeuer

Sobald die Sonne untergegangen ist, verwandelt sich die weiße Stadt.
Dann ist sie weder weiß noch grau, sondern bunt. In den engen Gassen tobt das Leben.
Neben der Kirche ist die Fegefeuer-Gasse. Die ist ganz kurz, führt steil hinab und endet nach vielleicht zwanzig Metern an einer Weinbar.
Nein, sie endet dort nicht. Sie geht noch weiter, einen knappen Meter scharf links und dann noch steiler bergab, so schmal, dass ein beleibterer Mensch den Bauch einziehen müsste um durchzukommen. Heute Nacht aber ist gar kein Durchkommen: Vor der Weinbar tobt das Leben. Auf den wenigen Quadratmetern hat sich eine Band positioniert und spielt von schnulzigen Schnulzen bis hin zu landesüblichen Top-Hits alles, was die Leute hören wollen. Man holt sich seinen Wein oder sein Bier aus der Bar, trinkt und singt mit….

Septemberreise Tag 7: Die Inseln

Das kleine Boot pflügt in einem derartigen Affenzahn über das Meer, dass man schon einen sehr guten Magen braucht um nicht seekrank zu werden. In zwei Stunden ist die kleine Insel erreicht und der Himmel auch wieder so blau, wie sich das für diese Jahreszeit in dieser Gegend gehört. „Willkommen am Nabel der Welt!‟ steht auf einer Tafel an der Hafenmauer.
Im Obergeschoss des Hafencafés residiert der Zoll. Dahinter sind mächtige Mauern. Durch ein Tor führt eine steile Treppe bergan in die Festung, die früher einmal eine Art Strafkolonie war. Heute ist hier eine freundliche Piazza mit Läden, Cafés, dem Rathaus und zwei oder drei Pensionen und über eine breite Freitreppe gelangt man zur Kirche. Dahinter ist ein Kreuzgang, dann wieder Festungsmauern und dann noch ein bisschen sonnendurchglühtes Grasland, zu allen Seiten hin steil zum Meer abfallend. Auf der Nachbarinsel gibt es ein in Pinienwäldern verstecktes Dorf und versteckte Buchten, Grotten und Felsen.