Ben Whitcombe in Heidelberg

Ab und zu kam ein größeres Schiff vorbeigetuckert, beladen mit Schrott, Kohlen oder Containern und hinterließ eine Welle. Enten quakten, Vögel zwitscherten in den Bäumen, Rosen blühten und es duftete nach feuchtem Moos, nach frischgemähtem Gras und nach Sommer. Kinder rannten über die Wiese und ein verliebtes Pärchen saß händchenhaltend auf einer Bank. Ben dachte kurz daran, dass er gerne in der Stimmung wäre, sein Herz in Heidelberg zu verlieren, aber dazu hatte er zu viele andere Dinge im Kopf.

Auszug aus: Burkhard Sonntag. „Wege nach Lyonesse“, Kapitel 2, Wien

Ben Whitcombe in Rothenburg ob der Tauber

Steffi schob Ben zum Eingang des Geschäftes.
„Hier ist das ganze Jahr über Weihnachten. Die Japaner und Amerikaner sind ganz verrückt danach!“
Was von außen ausgesehen hatte, wie ein unscheinbar kleines Fachwerkhäuschen war von innen groß wie eine Kathedrale, voll mit Weihnachtsbäumen, Krippen und all dem, was man in Nebraska oder Osaka für den Inbegriff deutscher Gemütlichkeit halten mochte.
„Wer kauft denn so etwas im August?“, wunderte sich Ben.

Auszug aus: Burkhard Sonntag. „Wege nach Lyonesse“, Kapitel 9, Rothenburg ob der Tauber

Ben Whitcombe in Dinkelsbühl

Ben schlenderte durch Kopfsteinpflastergassen, an Kirchen und Stadttoren vorbei und entdeckte einen winzigen Tante-Emma-Laden mit einer altmodischen Waage auf der Theke, fast wie im Museum.
Nebenan war ein Gasthaus. Drinnen roch es nach Bier und Putzmittel. Ben war der einzige Gast.
„Warme Küche gibt’s erst ab sechs!“, sagte die Wirtin.

Auszug aus: Burkhard Sonntag. „Wege nach Lyonesse“, Kapitel 8, Dinkelsbühl