Lebensretter oder Mörder? Der Chirurg und das Trolley-Problem

Eine Straßenbahn fährt führerlos dahin, auf eine Menschenmenge zu.
Ein Weichensteller kann sie auf ein Nebengleis umleiten – aber auch dort steht jemand.
Das sogenannte „Trolley-Problem“ klingt wie ein makaberer Albtraum, ist aber ein beliebtes Gedankenspiel, um ein ethisches Dilemma zu beschreiben: Darf man den Tod eines oder mehrerer Menschen in Kauf nehmen, um Andere zu retten?
Ein praktisches Beispiel für ein solches Dilemma aus dem Gesundheitswesen wäre etwa die Überlegung, ob es ethisch zu rechtfertigen ist, einem Patienten eine kostspielige, aber lebensnotwendige Behandlung vorzuenthalten um mit dem Geld eine Impfkampagne für Kinder in einem Elendsviertel zu finanzieren.
Oder man könnte sich fragen, ob man das schwerverletzte Opfer eines Verkehrsunfalls absichtlich sterben lässt, um die Organe zur Transplantation zu verwenden und dadurch mehrere Menschen zu retten…

Vor einer Weile stand ein amerikanischer Star-Chirurg vor diesem Dilemma:
Er stand vor der Aufgabe, ein siamesisches Zwillingspaar zu trennen. Dabei war von vorn herein klar, dass nur ein Kind die Operation überleben würde – ohne Operation hingegen hatten beide Zwillinge nur geringe Überlebenschanchen.

Etwas ausführlicher habe ich dieses Thema heute in einem Artikel auf DocCheck beschrieben.

Es gibt auch einen deutschsprachigen Artikel im „Spiegel“ (Print-Ausgabe sowie Online als „Spiegel Plus“), der allerdings nicht frei zugänglich ist (daher kein Link). Einen weiteren kurzen deutschsprachigen Artikel gibt’s im Focus (frei zugänglich).