Nein, Kollege, so nicht!

Kinderdoc freut sich darüber, dass unser Gesundheitsminister keine Hausärzte mag. Die klammheimliche Freude sei ihm gegönnt… aber sie ist dumm und kurzsichtig. Aber zunächstmal zum Thema:
In ländlichen Gegenden ist der nächste Kinderarzt oft weit entfernt – warum soll man den Eltern unnötigerweise weite Wege zumuten?
Nicht alle Kinderärzte machen Hausbesuche – dafür sind wir Hausärzte also gut genug? Und was ist mit der Betreueung nachts und an Wochenden?
Wenn wir also kompetent genug sind, um nachts und an Wochenenden kranke Kinder zu behandeln – warum sind wir dann nicht kompetent genug um uns tagsüber um gesunde Kinder zu kümmern?
Aber ich verstehe Kinderdoc: Hausärzte würden nicht verhungern, wenn sie keine Kinder mehr behandeln dürften. Bei Kinderärzten sieht es anders aus – glauben die Kinderärzte.
Aber das stimmt nicht: Kein Hausarzt will einem Kollegen „etwas wegnehmen“.
Als Primärärzte wollen wir – zum Beispiel – im Rahmen eines Vertrags zur hausarztzentrierten Versorgung – die ersten Ansprechpartner sein. Und dann, wenn wir glauben dass ein Kind wirklich krank ist und die Betreuung eines Spezialisten braucht, dann werden wir es überweisen und dem Kinderarzt damit den Rücken frei halten und ihm ermöglichen, sich um die Kinder zu kümmern, die es wirklich nötig haben.
Dass es in unserem Versorgungssystem nicht so läuft wie es laufen sollte, steht auf einem anderen Blatt. Dass Ärzte verschiedener Fachrichtungen gegeneinander konkurrieren als zusammen zu arbeiten ist traurig.