„The Street of Shame” – Private Medizin in Großbritannien

Private Medizin in Großbritannien – Artikel von mir in der „Zeitschrift für Allgemeinmedizin“:

Medizin in Großbritannien – das ist zunächst einmal der staatliche Gesundheitsdienst: der National Health Service (NHS). Der NHS ist eine riesengroße, aus allgemeinen Steuergeldern finanzierte Organisation. In einer ganz groben Vereinfachung könnte man ihn auch als die einzige, allumfassende Krankenkasse des Vereinigten Königreiches bezeichnen. (…)
Das Gegenstück zum NHS ist der „Private Sektor“. Dieser ist eine eigene Welt für sich. Denkt man beim NHS an schäbige Krankenhausflure, überfüllte Wartezimmer mit durchgesessenen Plastikstühlen und genervtes, überarbeitetes Personal mit Ringen unter den Augen, so ist ein privates Krankenhaus eher eine Art Luxushotel mit dicken Teppichen, tiefen Ledersesseln und freundlichen Angestellten, die nicht zuletzt für ihr Lächeln bezahlt werden. Jeder hat das Recht, sich in einer solchen Privatklinik behandeln zu lassen – sofern er es sich leisten kann. Privatversicherungen sind immer „Zusatzversicherungen“, da die Patienten ja nach wie vor Anspruch auf NHS-Leistungen haben.